Lesedauer 3 Minuten

Warum wir stärker auf Social Media Funktionalitäten setzen, statt nur eine weitere OER Repository aus dem Boden zu stampfen.

Bei der Eingabe des Projektes bei swissuniversities für das Förderprogramm P8 «digital skills» wurden für die Virtuellen Akademie folgende Ziele deklariert:

  • ein Plattform für die individuelle Weiterbildung der digitalen und didaktischen Skills der Lehrpersonen entwickeln
  • Microlearning-Einheiten und Good Practice Beispiele zu didaktischen Aspekten entwickeln und zur Verfügung stellen
  • als Basis soll eine OER-Austauschplattform zur Verfügung gestellt werden
  • das Angebot auf der Plattform soll in Form einer interaktiven «Landkarte» übersichtlich visualisiert werden

Welchen Fokus haben wir?

Uns war es seit Beginn des Projektes ein Anliegen, bei der Virtuellen Akademie nicht einfach eine weitere Ablage für Content zu schaffen, sondern einen virtuellen Lernort zu bieten, welcher unsere Dozierenden im lebenslangen Lernen aktiv unterstützt. Wir möchten damit den Gedanken der «Akademie» aufnehmen und mit attraktiven und wirksamen Angeboten die didaktischen und digitalen Kompetenzen der Dozierenden fördern. Damit wir das erreichen, haben wir den Fokus auf das Sichtbar machen und die Stärkung von «Communities of Practice» gesetzt, auch wenn das Teilen von OER auf der Plattform natürlich möglich sein wird.

Communities of Practice sind praxisbezogene Gemeinschaften von Personen, die ähnlichen Aufgaben gegenüberstehen und voneinander lernen wollen. Dozierende sollen nicht nur von uns den Hochschuldidaktik-Experten lernen, sondern in erster Linie von Kollegen aus dem eigenen Fachbereich. Sie sollen die digitalen Produkte die sie erstellen mit anderen teilen, weiterentwickeln und diskutieren können.

Wie erreichen wir das?

Wir haben uns also gefragt, welche Plattformen werden im Moment an der BFH von Dozierende benutzt. Wir möchten die Dozierende möglichst da abholen wo sie sind und nicht ihre Arbeit weiter verkomplizieren, indem wir ein weiteres Tool einführen. Die wichtigsten Plattformen für Dozierende an der BFH sind das Intranet (basierend auf Sharepoint) und unser Moodle (Learning Management System). Das Intranet wird eher wie eine Informationsplattform benutzt, Moodle wird für die Lehre mit Studierenden eingesetzt. Dozierende haben somit keine dedizierte Plattform für den Austausch zum Unterricht. Beide erwähnten Plattformen decken ein Teil der Funktionalitäten ab, die wir uns für die Virtuellen Akademie wünschen, sind aber zu wenig flexibel bei den restlichen Funktionen damit wir unsere Projekt erfolgreich umsetzen können.

Bei unseren Recherchen sind wir auf das Projekt MoodleNet gestossen, welches neu entwickelt und lanciert werden soll. Der Fokus bei MoodleNet deckt sich bezüglich der Ausrichtung bereits in weiten Teilen mit jener der Virtuellen Akademie und bietet zusätzlich eine grosse Nähe zu dem LMS der Hochschule an. Inhalte aus Moodle können in MoodleNet publiziert werden und Inhalte aus MoodleNet können sehr einfach in die eigenen Moodlekurs importiert werden.

Was bietet also MoodleNet?

MoodleNet bietet in Moment die Möglichkeit an OER-Inhalte die auf der Plattform publiziert werden von Dozierenden in Sammlungen zu organisieren. Die Sammlungen und OER-Inhalten können einer Meta-Daten Taxonomy für Lernobjekte (IEEE) eingeordnet werden, so dass sie zu Modulen und Fächern gruppiert werden. Auf dem Profilseiten kann man sich mit der Person vernetzen, ihnen Rückmeldungen zu geben zu den Inhalten und vieles mehr.

Wie weiter?

In den nächsten Wochen arbeiten wir eng mit den Entwicklerteam von MoodleNet zusammen. Wir werden unsere Ideen, Vorstellungen und Wünsche einbringen und zusammen ein Produkt bereitstellen, welches allen Lehrpersonen in ihre Arbeit unterstützen.

Was sind eure Eindrücke?

Ist unser Fokus richtig? Wie arbeiten wir in die richtige Richtung? Oder wollt ihr doch eine «klassische» OER Plattform?
Schreibt es gerne in die Kommentare.

Posts created 1

One thought on “«Nicht noch eine OER Plattform!»

  1. Liebe Ioana, danke für deinen spannenden Blogbeitrag. Und obwohl ich nicht primäre Zielgruppe eueres Projektes bin, hier eine Rückmeldung:
    Der von euch gewählte Fokus mit den interaktiven Ansatz ist glaube ich genau richtig. Aus Sicht des Wissensmanagements haben sich gewöhnliche Ablagen überholt. Die Idee Wissen von den Wissensträgern unabhängig zu dokumentieren, ordnen und verfügbar zu machen ist wahrscheinlich gescheitert. Oder kannst du aus unseren bestehenden Ablagen ablesen, wer über welche Expertise verfügt? Oder sich mit welchen Thematiken befasst? Nicht einmal Plattformen, die explizit geschaffen wurden um diese Expertise abzubilden (Intranet und HP-CVs) werden umfassend dafür genutzt.
    Ich glaube interaktive Formate (social media) haben hier ein grosses Potenzial. Personen teilen ihr Wissen und ihre beruflichen Interessen auf einer solchen Plattform. Personen die Wissen brauchen, setzen Anfragen auf solchen Plattformen ab oder durchsuchen die Plattform nach bereits abgelegtem Wissen. Durch eine Verschlagwortung und eine gute Suchfunktion werden solche “Wissens- und Expertisedokumentationen” handlebar. Eine Bewertungsfunktion zeigt an, welche Beiträge relevant bzw. nützlich sind. Wahrscheinlich braucht es trotzdem noch eine gewisse Kuratierung. Da müsste man sich wohl noch Gedanken dazu machen.
    Die einzige Frage, die sich mir noch stellt, ist die, wie man die Anspruchsgruppen dazu bringt, sich auf der Plattform auszutauschen. Wie kann man den Mehrwert dieses Austauschs vermitteln und welche incentives braucht es?
    Und zum Schluss: Wahrscheinlich muss man aufpassen, dass man nicht zu viele Plattformen ins Leben ruft. Hier wäre eine Integration bzw. eine gute Anbindung ans Intranet hilfreich. Im Augenblick gibt es gerade ein Projekt zur (technischen) Erneuerung des Intranets. Leider ist es sehr auf die technische Seite bezogen und weniger auf den Aufbau eines modernen “social Intranets”.

Leave a Reply

Begin typing your search term above and press enter to search. Press ESC to cancel.

Back To Top